Pilotprojekt Integration

Pilotprojekt Arbeitsmarktintegration von anerkannten Flüchtlingen

Referat

Karin Funk

Geschäftsführerin Allpura
Ausschnitt: Mediengespräch des Staatssekretariats für Migration (SEM) 3. November 2016
Die Integration von Migranten und auch Flüchtlingen ist in der Reinigungsbranche nicht neu, sondern seit Jahrzehnten der Alltag. 95% der rund 80'000 Mitarbeitenden haben Migrationshintergrund. Sie sind oft Quereinsteiger, weil sie in ihren angestammten Berufen in der Schweiz nicht tätig sein können oder über keine schulischen oder beruflichen Abschlüsse verfügen.

Integration gelingt nur mit grossem Mehraufwand und viel Engagement. Bisher hat die Branche dies selbstverständlich ohne staatliche Unterstützung und ohne Anerkennung für die erbrachte Leistung gemacht. Neu ist, dass wir als Branche in diesem Bereich erstmals mit den staatlichen Stellen zusammenarbeiten. Diese übernehmen eine Vorselektion geeigneter Teilnehmer und helfen bei beschleunigten Arbeitsbewilligungen. In diesem Zusammenhang rücken auch die Anstrengungen und Leistungen der Reinigungsbranche verstärkt ins Bewusstsein.

Damit Integration funktioniert, sind das persönliche Engagement und das Know-how der verantwortlichen Mitarbeitenden unverzichtbar – insbesondere im HR und in den Teams. Man muss wissen, dass professionelle Reinigung heute spezifisches Wissen über Ökologie, Materialien, Maschinen und effiziente Abläufe erfordert. Sonst sind die anspruchsvollen Vorgaben der Kunden zu Kosten und Zeitbedarf nicht zu schaffen. Daher investieren gute Reinigungsunternehmen sehr viel Zeit in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.

Dabei profitieren sie von den vielfältigen Kursangeboten, die der Verband Allpura und die paritätische Kommission anbieten. Ausbildung ist für die Integration matchentscheidend. Damit ist jemand aber noch nicht Gebäudereiniger. Dies ist ein Beruf mit Lehrabschluss EFZ oder EBA, der mit anschliessender Berufsprüfung und allenfalls sogar der Höheren Fachprüfung fit für Kaderpositionen macht.

In der Unterhaltsreinigung, die 80% des Gesamtvolumens ausmacht, ist Reinigung oft ein Zusatzverdienst; in diesem Bereich sind die meisten Reinigungskräfte Teilzeit tätig. Da sprechen wir von durchschnittlich 8 Stunden pro Woche... Anders sieht es in der Spezialreinigung, wie bei der Fensterreinigung, bei Freizeitanlagen, High-Tech-Umgebungen oder im Umfeld von Hygiene und Gesundheit, aus. Allerdings sind dort die Anforderungen an die Mitarbeitenden entsprechend höher. Es ist also weitere Ausbildung erforderlich.

Beim Pilotprojekt der Reinigungsbranche nehmen 20 Flüchtlinge drei Monate lang an einer Basisausbildung teil. Sie besuchen insgesamt sechs Fachkurse, in denen sie sich Grundkenntnisse zur Reinigung und Arbeitssicherheit aneignen. Parallel dazu absolvieren sie einen Deutschkurs, für den sie einen Einstufungstest bestanden haben. Zusätzlich zu den Kursen nehmen sie an einem Praktikum in einem Reinigungsunternehmen teil. Sie setzen so ihre neu erworbenen Kenntnisse laufend direkt im Team und beim Kunden ein – natürlich unter Aufsicht und Anleitung. Ziel ist es, die Teilnehmer fit zu machen für eine anschliessende Teilzeit- oder Vollbeschäftigung in einem Reinigungsunternehmen.

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